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Gott hat eine Geschichte – Referat und Diskussion

Mittwoch, 21. Juni 2023, 19 Uhr – Auf welchem Gottesbild hat die christliche Kirche ihre Hoffnung und ihre Macht gebaut.

Mittwoch, 21. Juni 2023, 19 Uhr

Die Bibel erzählt von Gott in sehr unterschiedlicher Weise. Der Glaube an den biblischen Gott hat sich entwickelt und verändert.

Die religionsgeschichtliche Forschung zeigt, dass der Gott der Bibel ursprünglich aus dem Süden Israels stammt und eine Sturm- und Wettergottheit war. Einige Inschriften verraten uns, dass er eine Partnerin mit Namen Aschera hatte. Mit dem Tempelbau in Jerusalem begann der Opferkult. Die Zerstörung des Tempels und das babylonische Exil brachten die Vorstellung mit sich, dass Gott im Himmel thront. Der biblische Monotheismus entstand. Jesus lehrte die Menschen in seinem Umfeld, Gott als Vater im Himmel anzusprechen. Doch schon bald nach seinem Tod entwickelte sich in christlichen Gemeinden die Vorstellung, dass Gott selbst in diesem Mann aus Nazareth auf die Erde gekommen sei und dass Jesus der Christus nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt als inkarnierter Logos mit dem Vater (und später auch dem Heiligen Geist) im Himmel throne. Auf diese Vorstellung hat die christliche Kirche ihre Hoffnung und ihre Macht gebaut.

In ihren Referaten gehen Konrad Schmid (Vom Sturmgott zum einen Gott im Himmel) und Katharina Heyden (Vom Abba-Gott des Juden Jesus zur Trinität derchristlichen Kirche) auf verschiedene Gottesvorstellungen ein. Im anschliessenden Gespräch mit Irene Gysel interessieren vor allem das Gottesbild Jesu und die Bedeutung des Opfers.

Mit dabei
Prof. Dr. Konrad Schmid, Professor für Alttestamentliche Wissenschaft und Frühjüdische Religionsgeschichte an der Universität Zürich
Prof. Dr. Katharina Heyden, Professorin für Ältere Geschichte des Christentums und der Interreligiösen Begegnungen an der Universität Bern

Ort: St. Anna-Kapelle, St. Annagasse 11, 8001 Zürich